Hartmut Klein:

Buchvorstellung: Dorsten. Elf Stadtteile – eine Stadt, 

hrsg. vom Verein für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V., Klartext Verlag, Essen 1924

Einleitend stellen die Herausgeber des Vereins für Orts- und Heimatkunde, Hans-JochenSchräjahr, Heinz-Dieter Steven, Josef Ulfkotte und Heinz Winter, den Anlass heraus, der zurErstellung des 398 Seiten umfassenden Buches führte: Das 1251 mit Stadtrechten ausgestatteteDorsten hat 1929 mit der Übernahme des bis dahin zu Gahlen gehörenden Ortsteils Hardt und 1943mit den rechts der Lippe gelegenen Zechengemeinden Hervest und Holsterhausen ersteVergrößerungen des Stadtgebietes erfahren. Diese drei Ortsteile waren schon vorher auf die AltstadtDorsten hin orientiert. Im Zuge der kommunalen Neuordnung kamen 1975 dann die GemeindenLembeck, Rhade und Wulfen im Norden, Östrich im Westen sowie Altendorf-Ulfkotte im Südendazu, so dass Dorsten heute aus 11 Stadtteilen besteht, die – neben drei „Leuchttürmen - in diesemBuch vorgestellt werden.

Diese elf Stadtteile der „Stadt am Wasser“, also an der Lippe und am Wesel-Datteln-Kanal,führen durchaus ihr Eigenleben, wie Sabine Fischer Strebinger beschreibt. Viele Menschennördlich des Flusses sehen sich eher dem Münsterland zugehörig, die Östricher haben engeBeziehungen zum Ort Gahlen (Rheinland), die südlichen Ortsteile sehen sich auch als demRuhrgebiet zugehörig. Die Altstadt Dorsten bildet also eine Verbindung zwischen dem Münsterlandund dem Ruhrgebiet. Diese Vielseitigkeit Dorstens macht auch die besondere Attraktivität der Stadtaus, nicht nur für die Dorstener selbst, sondern auch für viele Menschen aus dem Ruhrgebiet, dievor allem an den Wochenenden die vielen „charmanten“ naturnahen Bereiche, „Plätze undEcken“ der Stadt aufsuchen.

Kathrin Pieren und Norbert Reichling stellen das überregional bedeutsame „Jüdische MuseumWestfalen“ in Dorsten vor. Misstrauisch vor Ort beäugt wurden Anfang der 1980er Jahre zunächstdie Anfänge des Gedenkens an die Entrechtung und Verfolgung, an die am 9. November 1938verübten Verbrechen, an die Deportation und Ermordung jüdischer Menschen in Dorsten. 1987fanden sich Menschen aus Dorsten, aber auch der gesamten Region zu einem „Verein für jüdischeGeschichte und Religion“ zusammen, die trotz aller Widrigkeiten 1992 zunächst ein„Dokumentationszentrum“ eröffnen konnten, bald darauf Museum genannt, das heute – mitUnterstützung des Landes, des Landschaftsverbandes, der Stadt und einem örtlichen Finanzinstitut– zu einem Zentrum der Dokumentation und Präsentation jüdischer Geschichte und jüdischenLebens in Westfalen geworden ist. Zentrales Anliegen ist auch die für alle Altersgruppenangebotene Bildungsarbeit. Das Museum übt seine Strahlkraft – wie sein Name sagt – weit über dieengere Umgebung hinaus auf ganz Westfalen aus.

Ein weiteres „Leuchtturmprojekt“ beschreibt Georg Tenger mit der Biologischen Station desKreises Recklinghausen im Nordosten des Stadtgebietes. Eine der Hauptaufgaben der Station istdie Sicherstellung des Naturschutzes im Hervester Bruch zwischen den Ortsteilen Hervest undWulfen. Über 150 Hektar in einem verlandeten Seitenarm der Lippe und nahe des Wienbachesgelegenen ehemaligen Ackerlands sind in den letzten 30 Jahren wieder vernässt worden und so zueinem „regional bedeutsamen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet“ für zahlreiche Vogelartengeworden, darunter auch von Weißstörchen. Die Feuchtwiesen werden von europäischenWasserbüffeln extensiv genutzt. Die Station betreut auch die weiteren 91 Schutzgebiete im KreisRecklinghausen, davon allein 11 auf dem Gebiet der Stadt Dorsten. Hier erhebt die BiologischeStation die Daten, übt „praktische Naturschutztätigkeiten“ aus und sorgt so für die„Naturschutzbildung“. Sie fördert darüber hinaus den sanften Tourismus in der Region, etwa durchInfotafeln und Aussichtsplattformen am Rande der Schutzgebiete. Besonders zu erwähnen ist der barrierefreie Zugang zu vielen Naturschutzgebieten, so dass auch Menschen mit Behinderung andiesen Naturerlebnissen teilhaben können.

Mit 4732 Hektar und einem Anteil von etwa 28 % an der Gesamtfläche der Stadt finden sich vorallem im Norden Dorstens große Waldflächen. Bernhard von Blanckenburg stellt in seinemBeitrag dazu zunächst die Geschichte dar. Seit dem Mittelalter nutzte die Landwirtschaft dieseFlächen zur Viehtrift von Schafen und Ziegen, Eichen- und Buchenwälder brachten Nahrung fürSchweine. Dazu lieferten die Wälder auch Bau- und Brennholz. Durch jahrhundertelangeÜbernutzung durch Viehverbiss und Plaggenabstich kam es zur Verheidung großer Flächen. Erst diepreußische Herrschaft brachte die systematische Wiederaufforstung vor allem mit Nadelwäldern,von Fichten und besonders von Kiefern, die als Stempel im aufstrebenden Bergbau von großerBedeutung waren.

Neben der Darstellung der Eigentumsverhältnisse, der Waldnutzung und der Organisation derForstverwaltung geht der Verfasser ausführlich auf die Bedeutung des Dorstener Waldes ein, nichtnur für die Erholung suchenden Menschen aus den waldarmen benachbarten Städten desRuhrgebietes, sondern auch als Lieferant von Nutzholz. Besonders groß ist seine Bedeutung für„Wasser-, Klima- und Bodenschutz“ wie für den „Immissions- und Sichtschutz“. Auch vor demHintergrund der weltweiten Klimaveränderungen ist die Erhaltung, „Sicherung undStabilisierung“ des gefährdeten Waldes von größter Bedeutung. Ein Mittel dazu ist dieBiodiversität, das heißt, das Ersetzen der Monokulturen durch eine Vielzahl von Baumarten, einProzess, der Jahrzehnte dauern wird.

„Lembeck, Stadt Dorsten oder Lembeck statt Dorsten ?“ Unter dieser Überschrift zeigt LudwigDrüing die Besonderheiten des Dorfes auf, dessen Namen über Jahrhunderte mit der„Herrlichkeit“ verbunden war, dem bis an die Lippe reichenden Gebiet der auf dem gleichnamigenSchloss ansässigen Herren. Die urkundlich nachweisbare Geschichte der Selbstständigkeit desDorfes dauerte von 1017 bis 1975 – und mancher trauert dem Verlust nach und schaut neidvoll aufdie bis heute selbstständigen Nachbargemeinden im Norden. Und bis heute wechseln nur wenigeLembecker Kinder in eine in Dorsten liegende weiterführende Schule. Unvergessen bleibt dasOrtsjubiläum im Jahr 2017. Und bis heute bestimmt die örtliche Stadtteilkonferenz, genannt die„Porte“, z.B. bei der Verteilung von Fördermitteln für die dörfliche Infrastruktur mit. Das dörflicheEigenleben findet auch Ausdruck im regen Vereinsleben des Dorfes im Schützenverein, imHeimatverein sowie in mehreren Sport- und Musikvereinen.

Die auf relativ ertragsarmen sandigen Böden betriebene Landwirtschaft prägt das Dorf Lembeck bisheute, auch wenn es durch den seit Jahrzehnten stattfindenden Strukturwandel immer wenigerLandwirte im Vollerwerb gibt, die ausschließlich in den acht Bauerschaften außerhalb desKerndorfes zu finden sind. Zum Teil arbeiten die Landwirte der im Dorf ansässigen Firma Iglo zu,einige haben sich zu eigenen Gesellschaften zusammengeschlossen, einige vermarkten ihreProdukte in Hofläden selbst. Solarstromanlagen sind auf den Dächern vieler Betriebe zu finden, undauch die in Lembeck ansässige Biogasanlage profitiert von der örtlichen landwirtschaftlichenProduktion. Ein besonderes touristisches Format ist u.a. die „Tour de Buur“, eine Radtour zumKennenlernen der modernen Landwirtschaft.

In „manchmal künstlich gepflegter Konkurrenz“ zum benachbarten Lembeck steht das imNordwesten des Dorstener Gebietes liegende Dorf Rhade, durchschnitten von der Autobahn A 31,der Bahnlinie Dorsten-Borken und zwei überregionalen Stromtrassen, geprägt aber von der „gutenStube“, dem Kirchplatz mit seiner über die Jahrhunderte gewachsenen Struktur. Umfassend gehtDirk Hartwich auf die seit 1217 schriftlich belegte Geschichte des Dorfes ein, 1489 als eigeneKirchengemeinde von Lembeck „abgepfarrt“. Die 1880 gebaute Eisenbahn und die kurz nach 1900abgeteuften Zechen in Holsterhausen und Hervest mit Zuzug von Bergleuten auch nach Rhade schienen Aufschwung zu versprechen, ehe die beiden Weltkriege gravierende negativeAuswirkungen für das Dorf hatten, u.a. durch zahlreiche Bombenangriffe 1944/45. Die kommunaleNeugliederung 1975 sah man auch in Rhade skeptisch bis ablehnend. Heute bildet das Bürgerforumdes Dorfes ein Gremium, das die von Verwaltung und Rat kommenden Vorschläge kritisch-konstruktiv begleitet. Die Planungen seit 1976 bilden eine „elastische“ Grundlage für die weitereEntwicklung des Dorfes, u.a. durch Verkehrsberuhigung und Straßenbegrünung. „Rhade ist einliebens- und lebenswerter Stadtteil.“ So das Fazit des Autors. Aber das Zusammenwachsen mit derStadt Dorsten „bleibt ein Prozess“, der nie ganz abgeschlossen sein wird.

Wulfen ist der Einwohnerzahl nach der größte Stadtteil von Dorsten, so ReinhardSchwingenheuer. Die Geschichte des Dorfes war bis Ende des 19. Jahrhunderts geprägt durchLeinenweber, Blaufärber und die Landwirtschaft. 1871 wurde die Rosebrauerei gegründet, 1879Wulfen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Gravierende Änderungen brachten dienationalsozialistische Herrschaft und der Zweite Weltkrieg. 1937 wurde westlich von Wulfen aufeinem 280 Hektar großen Gelände eine Munitionsfabrik errichtet. Die seit 1800 in Wulfenansässigen und dort lange selbstverständlich zur Dorfgemeinschaft gehörenden Juden musstenfliehen oder wurden deportiert und ermordet. Kurz vor Ende des Krieges bombardierte dieamerikanische Luftwaffe Wulfen, die Kirche und große Teil des Dorfkerns wurden zerstört. 23Menschen verloren dabei ihr Leben, dazu waren über 150 Männer gefallen oder wurden vermisst.Die Nachkriegsgeschichte Wulfens war stark durch Zuwanderung geprägt, zunächst durchVertriebene und Flüchtlinge, die oft nicht willkommen waren. Die britische Armee übernahm dieMunitionsfabrik und richtete dort das größte Munitionslager Westdeutschlands ein. Bis 1999 warenca. 800 britische Soldaten in Wulfen stationiert, für die eine eigene Siedlung und eine Schuleeingerichtet wurden. Seit den 1960er Jahren kamen durch Anwerbung zahlreiche „Gastarbeiter“ nach Wulfen, allein für die neu errichtete Zeche wurden 100 Bergleute aus der Türkei angeworben. 1980 kamen Flüchtlinge aus Vietnam, nach 1990 viele Russlanddeutsche, bis 2010 etwa 900 Menschen. 

Ähnlich wie in vielen anderen Stadtteilen Dorstens prägen Nachbarschaften und zahlreiche Vereinedas Leben in Wulfen, allein der Heimatverein zählt 1200 Mitglieder. „Die Lebensqualität wird vonder Bevölkerung [als] recht gut beurteilt.“ So das Resümee.

„Was macht (den Wulfener Ortsteil) Barkenberg so anders?“ Dieser Frage geht Christian Grubernach. 1957 beschloss der Konzern Stinnes, bei Wulfen eine Zeche abzuteufen, die mit 8000Mitarbeitern eine Tagesförderung von 12000 Tonnen erreichen sollte. Zur Unterbringung derBelegschaft und ihrer Familien plante der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, eine Siedlung füretwa 50000 Menschen nach modernsten städtebaulichen Gesichtspunkten zu errichten. 1967/68konnten die ersten Menschen die neuen Häuser beziehen. Zahlreiche Demonstrativ-Bauvorhabenfolgten, darunter die Metastadt, die Finnstadt, das Habiflex-Projekt und die Ladenpassage amWulfener Markt. „Neu-Wulfen (Barkenberg) wurde zum Mekka für städtebaulichInteressierte.“ Schon seit Ende der 1950er Jahre geriet der Kohlebergbau durch die Konkurrenzanderer Energieträger aber in eine Krise, im Jahr 2000 wurde die Zeche in Wulfen endgültigstillgelegt. Bald konnten zahlreiche Wohnungen in Barkenberg nicht mehr vermietet werden, bis2014 wurden große Wohnblocks mit 300 Wohnungen abgerissen, ebenso 2023 die leerstehendeLadenpassage. Als Besonderheiten des Ortsteils Barkenberg sind aber zu erwähnen: dieGesamtschule Wulfen mit der für alle offenen Bibliothek, das als soziokulturelles Zentrumfunktionierende Gemeinschaftshaus, die Vierfach-Sporthalle, die Verkehrsführung mit besonderemAusbau der Rad- und Fußwege, die ökologische Qualität durch den großen Grünflächenanteil.

Deuten, der flächenmäßig mit 17,7 km² drittgrößte Stadtteil in Dorsten, hat mit 1640 Einwohnerndie geringste Einwohnerzahl und ist stark ländlich geprägt. Der Siedlungsbereich besteht seit jeheraus den drei Bauerschaften Sölten, Alt-Deuten mit dem charakteristischen „Drubbel“ undBrosthausen, aufgereiht entlang des Rhader Mühlenbaches, weiter südlich Hammbach genannt. Inden letzten 50 Jahren entstanden zudem zwei Siedlungsgebiete, so Anne Heßbrügge. In Deuten sind aber „stille Schönheiten und verborgene Schätze“ zu finden: Der Ort wird wie Wulfen von derin Napoleonischer Zeit gebauten, damals strategisch wichtigen „grande route“ durchschnitten, heuteist dies die von Bäumen eingefasste Bundesstraße 58. Wegen ihrer an die Landschaftangepassten Architektur besonders zu erwähnen ist auch die nach langen Bemühungen derDeutener gebaute, 1942 eingeweihte Kirche. Die 1615 erbaute Tüshaus-Mühle ist heute einMuseum, und auch archäologisch bedeutsame Ausgrabungen gehören zu den „verborgenenSchätzen“. Das Waldgebiet der Emmelkämper Mark im Westen, die Naturschutzgebiete „WitteBerge und Deutener Moor“ im Nordwesten und des „Bachsystems des Wienbaches“ sind auch fürdie in der Region Erholung Suchenden von großer Bedeutung. Die Infrastruktur mit Kindertagesstätte, Grundschule und guter  Verkehrsanbindung lockt junge Familien nach Deuten.

Der Stadtteil Holsterhausen liegt nördlich der Altstadt, getrennt durch die Lippe, die hier überJahrhunderte die Grenze zwischen dem Münsterland, dem Bistum Münster sowie dem zumErzbistum Köln gehörenden Vest Recklinghausen bildete. Die Brücke über die Lippe war spätestensseit dem Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) von großer strategischer Bedeutung, was für dieBevölkerung des damaligen Dorfes immer wieder zu großen Belastungen durch kriegerischeAuseinandersetzungen führte. Hans-Jochen Schräjahr führt weiter aus, dass das ländliche Lebeninfolge der armen Böden durch Armut geprägt war, so dass viele Menschen im 19. Jahrhundert nachAmerika auswanderten. Einen Umschwung für die Entwicklung des Ortes brachte dieInbetriebnahme der Eisenbahnlinie von Wesel nach Haltern 1874 mit der folgenden Ansiedlungeiniger Industriebetriebe, der Beginn der Kohleförderung der Zeche Baldur 1911 sowie dieEntstehung eines Keramikwerkes im Westen des Dorfes im selben Jahr. Für die zugewandertenBergleute und ihre Familien errichtete der Zechenbetreiber „Kolonien“. Schon der Erste Weltkriegund die nachfolgenden Notjahre trafen die Menschen hart. 1931 wurden nach Stilllegung der ZecheBaldur 1000 Bergleute entlassen und Holsterhausen wurde zur ärmsten Gemeinde in Preußen. DieKommunistische Partei war hier besonders stark, die Nationalsozialisten verfolgten sie und auchandere Regimegegner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten für die durch Flüchtlinge und Vertriebene stark gewachseneBevölkerung Wohnraum geschaffen werden, z.B. in der Waldsiedlung. Seit den 1960er Jahrenwurden viele landwirtschaftlichen Flächen auch mit Einfamilienhäusern bebaut, so im Bereich deswestlich des Dorfes gelegenen Kreskenhofes, auf dem Archäologen zunächst Spuren einesrömischen Marschlagers aus augustäischer Zeit erschließen konnten. Das ehemalige Zechengeländewird heute von mittelständischen Betrieben genutzt. Holsterhausen hat also einen vielfachenWandel erlebt und immer wieder kamen Menschen von außen hinzu. „Holsterhausen musste undmuss (auch weiterhin) zusammenwachsen.“ Wichtige Stützen der Integration waren und sind dieKirchengemeinden beider Konfessionen und die 17 Vereine mit über 2500 Mitgliedern.

Umfassend, detailliert und durch zahlreiche Bilder, Karten und Graphiken ergänzt erläutert Heinz-Dieter Steven die Geschichte des Stadtteils Hervest. Der hier nördlich der Lippe gelegene, durchDünen geprägte Bereich gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten der Stadt. Im Mittelalter ist hierdas namensgebende Rittergeschlecht derer von Hervest zu finden. Schon früh entstand hier aucheine Pfarrkirche, zum Kirchspiel gehörte bis 1443 auch Holsterhausen. Das Dorf um die Kirche wardurch eine „geschlossene bäuerliche Gemeinschaft geprägt“, die wenig ergiebigen Böden ließenaber eine ertragreiche Landwirtschaft kaum zu. Die Aufteilung der Marken im 19. Jahrhundertbrachten eine Vergrößerung des Besitzes der einzelnen Bauern und gewisse Ertragssteigerungen.Einen gravierenden Wandel erlebte die Gemeinde mit dem Vorrücken erster Industrieunternehmenüber die Lippe, schon vor dem Bau der Bahn Wesel-Haltern 1874, sowie der „Kohlenbahn“ vonOsterfeld nach Rheine und der Verlängerung bis an die Nordsee 1879. In Hervest entstand einKreuzungsbahnhof. Schon vorher hatten Probebohrungen Hinweise auf die Kohlelagerstättenergeben, 1912 begann die Kohleförderung auf der Zeche Leopold. Zuvor schon war mit Planung der1912/13 als Gartenstadt vorbildlich angelegten Arbeitersiedlung begonnen worden. Agenten warben in Ost- und Mitteldeutschland mit den „Wohnungen mit eigenem Gartenland“. Die einheimischekonservativ-katholisch eingestellte Dorfbevölkerung stand den mehrheitlich evangelischenZuwanderern skeptisch gegenüber, zumal viele Zechenarbeiter auch sozialistische Parteien wählten.

Früh wurden daher auch Kirchen und konfessionsgebundene Schulen errichtet. Durch Ansiedlungweiterer Betriebe wuchs das einst beschauliche Dorf zu einer großen Industriegemeinde, derenBevölkerungszahl von 1870 (545) bis 1914 (3883) auf mehr als das Siebenfache stieg.

Zwar wurde Hervest nach langem Widerstand 1943 schließlich in die Stadt Dorsten eingemeindet,diese gehört jedoch zum Amt Hervest-Dorsten und der Amtssitz wie das heutige Rathaus wurdennach Hervest verlegt. Der Zweite Weltkrieg brachte auch Hervest umfassende Zerstörungen, mitdem Wiederaufbau danach bemühte man sich um Schließung der großen Lücken zwischen demalten Dorf und der Zechensiedlung, die 1987 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Das alte Dorfkonnte aber, wie die Bauerschaften Wenge und Orthöve, den eigenständigen, dörflichen Charakterwahren. Als Folge der Zuwanderung türkischer Arbeiter und ihrer Familien entstanden zweiMoscheegemeinden. Auf dem Gelände der 2001 stillgelegten Zeche Leopold wurde neben anderenGewerbetrieben ein „Creativquartier“ errichtet, heute ein überregional bedeutsamesVorzeigeprojekt.

Der flächenmäßig kleinste Stadtteil von Dorsten ist die Altstadt. Josef Ulfkotte stellt in seinemBeitrag zunächst die Geschichte der Stadt seit dem Mittelalter dar, von der dörflichen Siedlung überdie in natürlicher Schutzlage unmittelbar südlich der Lippe auf Xantener Besitz entstandeneSiedlung, die 1251 – mit Einverständnis des zuständigen Vogtes, des Grafen von Kleve – vomKölner Erzbischof die Stadtrechte erhielt und eine erste Befestigung anlegte. Noch lange verlief dieGrenze zwischen dem kölnischen Vest Recklinghausen und der rheinischen Grafschaft Kleveunmittelbar westlich der heute so genannten Altstadt. Die mittelalterliche Stadt war von den siebenGilden der Handwerker und Kaufleute geprägt. In der frühen Neuzeit musste sich die Stadt wegenwiederholter Besetzungen und auferlegten Kontributionen mehrfach verschulden und wäre fastBankrott gegangen, wenn die seit 1813 hier herrschende preußische Regierung sie nicht massivunterstützt hätte. Neben der überwiegend katholischen Bevölkerung gab es wenige evangelischeChristen und Juden, die im Lauf des 19. Jahrhunderts ihre eigenen Gotteshäuser errichten konnten.Die Lippe wurde in dieser Zeit so weit ausgebaut, dass flachere Schiffe, u.a. die in Dorsten gebaute„Aak“, sie zum Warentransport nutzen konnten. Am 22. März 1945 zerstörten alliierte Bomber dieStadt zu 80 %. Der Neuaufbau orientierte sich am historischen Straßennetz, allerdings sollten die„Elendsquartiere der ärmsten Bevölkerung“ den neuen sozialen und wirtschaftlichen Anforderungenentsprechend wieder aufgebaut werden.

„Dorstens bunte Mitte“ ist charakterisiert durch verschiedene Orte und Plätze, darunter den BereichMaria Lindenhof, zunächst eine von einem katholischen Orden, später vom westfälischenLandesfürsorgeverband (Vorläufer des Landschaftsverbandes Westfalen) betriebene Heil- undFürsorgeanstalt, seit der Fertigstellung des Wesel-Datteln-Kanals in Insellage, 1966 von der Stadterworben, heute durch Bildungs-, Sport- und Wohnanlagen und den Bürgerpark vielfältig genutzt.

Der Ausbau einer Nordumgehung für den motorisierten Verkehr ermöglichten die Anlage derFußgängerzone, der begrünten und mit Wassergräben ausgestatteten Wall- und Grabenanlage undden Bau eines großen Einkaufszentrums direkt am Kanal. Vielfältige Kunstwerke und das unterDenkmalschutz stehende Alte Rathaus ergänzen das besondere Gepräge des „Treffpunkts Altstadt“.

Der neben dem „Bürgerbahnhof“ errichtete zentrale Busbahnhof dient der Anbindung der anderenStadtteile und auch weiterer umliegender Orte, so dass die Nahversorgung durch die Geschäfte inder Altstadt in einer Umfrage von 2019 als besonders gut bewertet wird.

Der Stadtteil Feldmark schließt südöstlich an die Altstadt an und erstreckt sich zwischen derKirchhellener Allee im Westen bis zur Grenze zu Marl im Osten und von der Lippe im Norden biszur Stadtgrenze von Bottrop im Süden. Im Unterschied zu vielen anderen Stadtteilen hat dieFeldmark keine markanten Geschichtsdaten vorzuweisen, so Ulrich Poll. Die meisten der vor derVerleihung des Stadtrechts an Dorsten hier vorhandenen Bauernhöfe waren schon im Mittelalteraufgegeben worden, große Teile des Ackerlandes fielen an die Stadt Dorsten und deren Bürger. Anmarkanten Gebäuden sind zwei Wassermühlen zu erwähnen, die Barloer Mühle an RapphoffsMühlenbach, seit dem Mittelalter genutzt als Walk- und Schleifmühle, seit 1838 als Papiermühle.Hier befinden sich heute die Dorstener Drahtwerke. Die Hülsdünkersche Mühle am Schölzbachdiente als Lohmühle und produzierte zerkleinerte Eichenrinde für die Lohgerberei. Dieses Gebäudein der Nähe des heutigen Jahnplatzes steht unter Denkmalschutz. Zu nennen sind auch die beidenFriedhöfe, der St.Agatha-Friedhof und der jüdische Friedhof.

Weiter ist die besondere Verkehrsinfrastruktur zu erwähnen. Schon 1766 führte der GahlenscheKohlenweg durch die Feldmark, Kohle aus dem Ruhrtal konnte zur Verladung zum Kohlhaus an derLippe verbracht werden. Chausseen, heute die Bundesstraßen, wurden erst seit dem 19. Jahrhundertausgebaut. Die seit 1879 errichteten Eisenbahnen zerschnitten das Gebiet, die Strecke nach Bottropwurde nach 1974 abgebaut. Die Straßenbahnverbindung nach Marl existierte von 1921 bis 1960.Der Wesel-Datteln-Kanal wurde 1930 eröffnet. Stadtnah existierte hier ein Barackenlager, in demim Zweiten Weltkrieg Kriegsgefangene untergebracht waren. Von den vier Gewerbegebieten imStadtteil Feldmark ist der am Kanal östlich der Schleuse gelegene interkommunale IndustrieparkDorsten-Marl besonders wichtig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich der Status der Feldmark fundamental. Galt sie bis dahinals „ländlicher Ergänzungsraum“, so mussten zunächst die bis 1968 nach Dorsten zugewandertenüber 8000 Vertriebenen und Flüchtlinge mit Wohnraum versorgt werden. Dies geschah imbesonderen Maße in diesem Stadtteil in mehreren Phasen bis Mitte der 1970er Jahre. Heute herrschteine Bebauung mit niedriggeschossigen Häusern vor, darunter sind viele Einfamilienhäuser. 2022lebten hier 8704 Personen auf 1112,29 ha, d.h. 784 Einwohner pro km². Auch in der Feldmarkprägen viele Vereine, kirchliche Einrichtungen und weitere Gemeinschaften das gesellschaftlicheLeben. Ulrich Poll betont das „großartige Bürgerengagement“. Die hier wohnenden Menschenerteilten dem Stadtteil 2019 überwiegend gute Noten, z.B. was Naherholung, das viele Grün und dieausgebauten Radwege anging. Ulrich Poll mahnt allerdings auch negative Aspekte an, somangelnde Begegnungsmöglichkeiten für Jugendliche und Senioren sowie ein geringesgastronomisches Angebot.

Die Stadtteile Hardt und Östrich bilden „den rheinischen Südwesten“ Dorstens, so GuidoHeinzmann und Heinz Kleine-Voßbeck. Schon 1251 vereinbarten der Graf von Kleve und derKölner Erzbischof, dass der Schölzbach die Einflussgebiete zwischen ihren Gebieten trennen sollte.Westlich davon entwickelte sich die rheinische Grafschaft Kleve (später das Herzogtum Kleve, das1614 an Brandenburg-Preußen fiel), östlich das westfälische Vest Recklinghausen mit der StadtDorsten. Diese Grenze blieb trotz aller späteren Veränderungen bis 1929 bestehen. Dann kamzunächst die Hardt zum Dorstener Stadtgebiet, 1975 auch der Stadtteil Östrich. Nach derReformation kam es auch zur konfessionellen Trennung: Die Hardt und Östrich gehörten nun (undgehören heute noch) zum evangelisch gewordenen Kirchspiel Gahlen, die Stadt Dorsten bliebweiterhin römisch-katholisch. Dies hatte auch politische Auswirkungen: 1925 wurde auf der Hardtdie NSDAP gegründet, sie konnte dort auch bald viele Wähler gewinnen, während in derkatholischen Stadt Dorsten bis 1933 die katholische Zentrumspartei vorherrschte.

Bis weit ins 20. Jahrhundert blieben die beiden Stadtteile agrarisch und forstwirtschaftlich geprägtund dementsprechend wenig besiedelt. 1888 erfolgte nahe der Grenze zu Dorsten die Gründungeiner Ölmühle. Bis heute bedeutsam sind die nach 1897 angelegten „Westfälischen Kies- und Sandwerke“, die den in Hauptrheinterrassen abgelagerten Sand und Kies abbauten und über einen eigenen Bahnanschluss abtransportierten. Dazu kamen Ziegeleien und ein holzverarbeitenderBetrieb – diese Firmen lieferten also Rohstoffe für den Aufbau der Städte im wachsendenRuhrgebiet. Erste städtische Siedlungsspitzen in die Hardt hinein bildeten sich nach 1900 vor allementlang der Gahlener Straße. Die Hardt kam 1929 an Dorsten.

„Zwischen den 1930er und 1950er Jahren erfolgte der Ausbau der stadtnahen Hardt inEigenheimbauweise“, besonders seit den 1980er Jahren kamen mehrere Baugebiete dazu, so dass die Hardt heute zu den besonders begehrten Wohngebieten zählt. Die Immobilien dort sind „äußerstbegehrt“, die Einkommen der Haushalte überdurchschnittlich hoch. Der Anteil der Bevölkerung mitMigrationshintergrund ist relativ gering, das Durchschnittsalter höher als in anderen DorstenerStadtteilen. Über die nahe Autobahnauffahrt bestehen sehr gute Verbindungen ins zentraleRuhrgebiet, wo viele Bewohner dieser Ortsteile ihren Arbeitsplatz haben. „Die beliebtesteFreizeitgestaltung dürften der Spaziergang oder die Fahrradtour im grünen Umland der Hardtund Östrichs sein.“

Den im Südosten von Dorsten gelegenen Stadtteil Altendorf-Ulfkotte beschreibt Ulrich Poll alsseit sächsischen Zeiten bestehende, bis heute ländlich und von Einzelhöfen geprägte Idylle. Erstnach 1936 bekam die bis 1975 zu Marl gehörende Gemeinde einen Ortskern, 1938 eine eigenekatholische Kirche, eine neue 1973 in markanter zeitgemäßer Architektur. Weitere stärker besiedelteStraßenzüge entstanden zwischen 1958 und 1997. Eine Grundschule, eine Mehrzweckhalle undSportanlagen ergänzen das Dorfzentrum, in dem auch wenige Gewerbetriebe vorhanden sind, aberzur Versorgung nur eine Tankstelle und ein Geschäft für Backwaren. So sind die Bewohner auf denEinkauf im nahen Zentrum Dorsten angewiesen. Die Siedlung Tönsholt entstand am Ende desZweiten Weltkrieges für Zwangsarbeiter der Firma Krupp in Essen, die täglich mit der vom dorteingerichteten Haltepunkt mit der Bahn zur Arbeit fahren mussten. Die barackenähnlichen Gebäudeverfielen später zunächst und werden heute wieder von etwa 300 Menschen bewohnt, die aber fürVersorgung und Beschulung vollständig auf das drei Kilometer entfernte Dorsten angewiesen sind.

Altlasten und neue industrielle Planungen beeinträchtigen Natur und Leben im Stadtteil Altendorf-Ulfkotte. Bergsenkungen von bis zu 12 Metern führen zur Veränderung des Rapphoffs Mühlenbachs und des Bergbachs und können zur Überflutung größerer Flächen führen. Die seit 1988 mit Bergematerial aus benachbarten Zechen aufgeschüttete Hürfeldhalde sollte eigentlich 2023 zurNutzung als Erholungsgebiet freigegeben werden. Aber noch immer ist unklar, ob die südöstlichenTeile der Halde noch als Deponie für „gering belastete mineralische Abfälle“ weiter aufgefülltwerden. Jahrzehntelang beeinträchtigten die Abgase des nahegelegenen KohlekraftwerksGelsenkirchen-Scholven das Leben in diesem Stadtteil und auch derzeit sind weitereIndustrieanlagen auf Scholvener Gebiet geplant, darunter die Erweiterung einer Raffinerie, dieschon jetzt durch „Geräusch-, Geruch- und Lichtemissionen das ländliche Vorfeld“ negativbeeinflussen.

So erklärt sich die von Ulrich Poll für seine Beschreibung gewählte, mit einem Fragezeichenversehene Überschrift: „Altendorf-Ulfkotte – eine bedrohte Idylle?“

Bürgermeister Tobias Stockhoff betont in seinem abschließenden Statement das ausgeprägte„Bewusstsein für die historischen Wurzeln“ der Stadt (wie im Buch dokumentiert, auch in denStadtteilen), eine „starke Prägung durch Mittelstand, Handel und Bürgertum“ (gewachsen vorallem nach Schließung des letzten Großbetriebes, der Zeche Leopold), die besondere Attraktivitätals Wohnstadt – gefördert durch zahlreiche siedlungsnahe Grünbereiche. Auch stellt er dieBrückenlage zwischen industriell geprägtem Ruhrgebiet und dem bis heute eher ländlichenMünsterland heraus. Selbstverständlich bildet professionelle Planung die Grundlage der weiterenEntwicklung, aber auch die hier wohnenden Menschen werden als Ideengeberinnen und Ideengeber gebraucht und einbezogen. Und junge Menschen sollen in den „Stadtteilen, in Vereinen, Schulen und Kindergärten integriert und eingebunden werden.“ Planung werde auch in Zukunft nicht nur den Blick auf die Gesamtstadt richten, sondern auch aufs „Detail“, auf „Kleinigkeiten“ in denStadtteilen. In diesem Sinne wünscht er, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Dorsten und denStadtteilen die Stadt so sehen, wie dies ein Dortmunder Stadtplaner einmal ausgedrückt hat: eine„Hidden Beauty“. Diese versteckte(n) Schönheit(en) gilt es auch in Zukunft zu bewahren und zugestalten. 

Dieses Buch wird dazu beitragen, das Urteil zu bekräftigen.

Resümee: 

In den letzten Jahren sind mehrere Werke über Dorsten erschienen. Im Buch „Dorsten. Eine Zeitreise, Bielefeld 2020“ stellen die Autoren in 29 Kapiteln chronologisch geordnet die Geschichte der alten Stadt von vor 1929 dar. Ein Jahr später erschien das von der Historischen Kommission für Westfalen publizierte Werk „Dorsten mit der Herrlichkeit Lembeck“ als Band 14 in der Reihe „Historischer Atlas westfälischer Städte“ (in zweiter Auflage 2022). Anhand zahlreicher Karten erörtert der Autor die Geschichte von Dorsten und der heute zur Stadt gehörenden, ehemals der Herrlichkeit Lembeck zuzuordnenden Stadtteile in einem Gesamtüberblick. Das nun vorliegenden Buch „Dorsten. Elf Stadtteile - eine Stadt“ stellt - unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung -  die Eigenheiten dieser Stadtteile gleichberechtigt heraus, ergänzt durch drei „Leuchtturmprojekte“. Dorsten ist also die eine Stadt, die eine Verwaltungseinheit, für die der eine Rat die politische Verantwortung trägt, deren Repräsentant der eine Bürgermeister ist. Die Menschen leben aber in den Stadtteilen mit den im Buch geschilderten Eigenheiten. Dort spielt sich ein Großteil des kulturellen Lebens, des sozialen Miteinanders ab. Dieses Zusammenspiel zwischen Einheit und Vielfalt wird in diesem Buch gut lesbar, umfassend und überzeugend dargestellt. Zu wünschen ist also, dass dieses Werk nicht nur als Grundlage für politische Entscheidungen und weitere Forschungen genutzt, sondern auch von vielen Dorstener Bürgerinnen und Bürgern gelesen wird.


Zum Autor:

Hartmut Klein, geb. 1947, wohnhaft in Rheine, Gymnasiallehrer i.R., begleitete Veröffentlichungen zahlreicher Schülerarbeiten zu regionalen Themen und verfasste seit 1975 viele Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte, darunter die 2020 von der Historischen Kommission für Westfalen publizierte Ausgabe Dorsten im Historischen Atlas westfälischer Städte. 

Bertold Hanck, Dirk Hartwich:


Gesucht wird eine interessante Kurzgeschichte 


Einladung zu einem Wettbewerb für die Jugend von der Jugend - 

als Beitrag zum Jahrbuch Dorsten 2027


Das Jahrbuch des Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten kann auf eine hundertjährige Geschichte zwischen 1925 und 2025 blicken. Autorinnen und Autoren, fast ausschließlich aus unserer Stadt, beeindrucken alljährlich mit eigenen Geschichten, Gedichten und bestechenden Fotos.

Die neue Ausgabe wird im November dieses Jahres präsentiert und trägt die Jahreszahl 2026.


Bereits jetzt werden aber im Heimatbund Ideen auch für das Jahrbuch 2027 gesammelt. Das Motto von 2026 unter der Überschrift „Jugend und Heimat“ könnte/sollte noch einmal aufgegriffen werden als neues Motto „Die Jugend ist unsere Zukunft“) für das Jahr 2027. 


Dazu bittet der Heimatbund alle Dorstener Schulen, aber auch Einzelpersonen, die z. B. über die Medien informiert werden, sich an einem Wettbewerb zum Thema zu beteiligen. Eine besondere Auszeichnung sollen dann die in zwei Altersgruppen (unter und ab 13 Jahre) eingereichten interessantesten Kurzgeschichten erfahren, die von einer Jury bewertet werden. Vorgesehen ist, jeweils drei von ihnen im Jahrbuch 2027 zu veröffentlichen und den Autoren Preise zu überreichen. Es können auch Fotos angefertigt und im Kalendarium veröffentlicht werden. 


Die Kriterien:

  • Teilnahmeberechtigt sind Schülerinnen und Schüler aller Dorstener Schulen ab der 4. Klasse, sowie Auszubildende. 
  • Anmerkung: Die Einsendezahl wird sich durch die Einbeziehung der Grundschulen (schreibefreudiges Alter) voraussichtlich erhöhen, der Organisationsaufwand steigen.
  • Die eingereichten Kurzgeschichten können von einer kompletten Klasse, einer Gruppe, oder als namentlich genannte Einzelperson verfasst werden. Bei Gruppenarbeiten ist der Hinweis auf die Schule und Klasse zwingend.
  • Einsendeschluss ist der 1. Mai 2026.
  • Um der Geschichte einen kommunalen Bezug zu geben, werden folgende Begriffe bzw. Sachverhalte vorgegeben, von denen sich mehrere im Text ausdrücklich oder dem Sinne nach wiederfinden müssen: Stadtteil oder Quartier der Handlung; Gemeinsamkeit; Freundschaft (zu Personen, aber auch zu Tieren); Familie; Unterschied (kulturell, politisch); Kommunikation und Kommunikationsmittel oder deren Fehlen (Handy, social media u. Ä.); Sympathie; Musik; Konkurrenz; …
  • Ob Krimi, Jugendliebe- oder Abenteuergeschichte, oder ein ganz anderer Ansatz, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Bei der Wahl des Textformates ist es freigestellt, ob die Texte humoristisch-lustigen, satirischen, ernsthaften oder tragischen Charakter haben; dialogische Bestandteile sind ebenfalls erlaubt. Texte mit beleidigendem oder (rassistisch)-herabwürdigendem Charakter werden nicht berücksichtigt.
  • Der Umfang der Kurzgeschichte sollte maximal 800 Worte betragen. (In der Regel ergibt eine Wortzahl von 800 Wörtern etwa 3 Seiten, wenn eine 12-Punkt-Standardschrift und doppelter Zeilenabstand verwendet werden. Dies entspricht etwa 250-333 Wörtern pro Seite.)
  • 2 bis 3 Fotos können zusätzlich eingebaut werden.
  • Achtung! Wichtig! Der eingereichte Text darf nicht durch KI angefordert werden. Eine Überprüfung findet statt.
  • Alle eingereichten Kurzgeschichten werden von einer Jury, bestehend aus 3 Personen, bewertet. Die drei so ausgewählten Texte werden dann im Jahrbuch 2027 veröffentlicht. Die Jury besteht aus der Vorsitzenden des Heimatbundes Dr. Edelgard Moers, dem Dorstener Literaturkenner und früheren Lehrer Bertold Hanck und Martina Jansen, die für mehrere  Publikationsorgane Texte schreibt.
  • Die jeweils drei erstplatzierten Klassen, Gruppen oder Personen werden neben der Veröffentlichung, mit Preisen für ihre Kreativität belohnt.
  • Als Schirmherr des Wettbewerbs fungiert Dorstens Bürgermeister.


Mögliche Preise (werden noch konkret geplant):

  • Theater- oder Konzertkarten für Veranstaltungen, die von der Dorstener Stadtagentur, den städtischen Jugendeinrichtungen oder der VHS organisiert werden.
  • Büchergutscheine von örtlichen Buchhandlungen.
  • Gutschein Media-Markt.
  • Kostenloser Besuch einer Musikveranstaltung im Bürgerpark 
  • Ein Klasseninterview mit dem Bürgermeister.
  • Kinokarten des Dorstener Kinos.
  • Ein Besuch bei der Berufsfeuerwehr mit Löschübungen.
  • Eine spezielle Stadtführung oder Nachtwächtertour durch Dorsten.


Kontakt und Rückfragen:

Dr. Edelgard Moers, Heimatbund Herrlichkeit Lembeck und Stadt Dorsten e. V., Am Gecksbach 104, 46286 Dorsten-Wulfen, Tel. 02369-3379, E-Mail [email protected]